Hannes Androsch zu Gast im klub47

Kunde: k47-keyclub vienna

Ex-Finanzminister und Industrieller zu Ursachen und Folgen der Krise

27.10.09 |  Newsroom


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Einen denkbar schlechten Befund erstellte Ex-Finanzmister, -vizekanzler und Industrieller Dr. Hannes Androsch der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit Europas und Österreichs im speziellen beim jüngsten klub47 auf Einladung Maria Rauch-Kallats im k47-keyclub vienna. Hannes Androsch wartete auch nicht mit einem Patentrezept für die Bewältigung der aktuellen Wirtschaftssituation auf, aber er machte klar, welche Themen besonderer Aufmerksamtkeit bedürfen. Europa leide unter einer zu geringen Innovations-Dynamik, bündle seine Kräfte zu wenig und gerate immer mehr in eine "Sandwich-Situation" zwischen den USA und den wirtschaftlich aufstrebenden Ländern Asiens. Als Beispiel nannte Androsch die europäische Autoindustrie, die den Trend in Richtung Elektro-Autos verschlafen und die Führungsrolle auch in diesem Segment Fernost überlassen habe. Androsch wörtlich: "Wir drohen in die Irrelevanz abzugleiten, ähnlich dem antiken Griechenland am Höhepunkt des Römischen Reiches."


Diktatur der leeren Kassen

Ähnlich düster ist das Szenario, das Androsch für Österreich zeichnet: "Das Land verspielt seit 15 Jahren den Aufholprozess der zweiten Republik." Es werde viel zu wenig in Bildung und Forschung investiert, es herrsche eine "Diktatur der leeren Kassen." Androsch attestierte der Alpenrepublik eine Reformunfähigkeit und machte diese exemplarisch am "versteinerten Dienstrecht" der ÖBB fest. Zudem sei Österreich im Verhältnis zu vergleichbaren Ländern wie der Schweiz und Schweden mit über 80 Prozent zu sehr von seinen Exporten nach Europa abhängig.


Finanzsystem als Wett-Casino 

Androsch, der in den späten 1970-er-Jahren mit 32 Jahren der zu seiner Zeit jüngste Finanzminister der Nachkriegsgeschichte war, lange Zeit als Bundeskanzler Bruno Kreiskys "Kronprinz" in der SPÖ galt und schließlich ab 1981 in der Creditanstalt als deren Generaldirektor Karriere machte, sieht die globale Wirtschaftskrise als noch nicht überwunden: "Der Kollaps des Finanszystems wurde zwar verhindert, aber wir befinden uns in einer großen Rezession und die Erholung wird zäh werden und lange dauern." Sie werde auch zu einer Konsolidierung in vielen Bereichen wie etwa der Banken- und Luftfahrt-Branche führen, in denen europaweit jeweils nur wenige Anbieter übrig bleiben würden. Als Ursache für die aktuelle Entwicklung sieht er eine Entkoppelung der Finanz- von der Realwirtschaft über einen Zeitraum der letzten 20 Jahre, im Zuge derer das Finanzsystem zu einem "Wett-Casino" geworden sei. Dies habe zu einer zunehmenden Verteilungs-Ungleichheit in den entwickelten Ländern geführt.


An der Schnittstelle von Politik und Wirtschaft

Seinen persönlichen Wechsel von der Politik in die Wirtschaft zu Beginn der 1980-er Jahre bezeichnete der Industrielle rückblickend als "schmerzhaft", in der Politik sei vieles "emotionaler, aber auch irrationaler." Politisch tätig könne man aber auch sein, ohne ein konkretes Amt zu bekleiden. Androsch war zuletzt von seinen ehemaligen Parteifreunden wegen des Abbaus von rund 150 Arbeitsplätzen am Leobener Standort des führenden europäischen Leiterplattenproduzenten AT&S kritisiert worden.
Der Wahl-Altausseer und bekennende Lederhosen-Träger Androsch hält über seine AIC International Consulting neben AT&S u.a. Beteiligungen am Sportwetten- und Online-Gaming-Unternehmen bwin, dem Online-Zahlungsanbieter paysafe sowie den Salinen Austria.
Den Ausführungen von Hannes Androsch lauschten u.a. Ex-Gesundheitsministerin und k47-Host für den Bereich "Politik & Wirtschaft" Maria Rauch-Kallat, Mazda Rainer-Chef Burkhard Ernst, Herzchirurg und ÖTV-Präsident Ernst Wolner, EU-Abgeordneter Hubert Pirker, artware-Boss Raimund Deininger, Uptime-GF Nikolaus Kimla sowie klub47-Managing Director Jochen Ressel und Chefredakteur Peter Schilling. 

Zum k47-keyclub  vienna

Seit dem Frühjahr 2005 steht der k47-keyclub vienna - www.k47-keyclub.com  - seinen Mitgliedern als Kommunikations- & Networking-Plattform zur Verfügung. Mehr als 120 österreichische Top-Unternehmen zählen mit über 5.000 von ihnen akkreditierten Persönlichkeiten zum erlesenen Kreis des Business-Memberclubs. Mitglieder der österreichischen Bundesregierung, das gesamte diplomatische Corps, Delegierte nationaler und internationaler Handelsvertretungen sowie das Who-is-who der österreichischen Business-Community nützen bereits den exklusivsten Business-Memberclub Österreichs.

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